Italien – Europäischer Vorreiter und Heimatland des Espresso

Italienischer EspressoGuter italienischer Kaffee ist nicht nur ein international beliebtes Genussmittel, sondern steht zudem sinnbildlich wie kaum ein anderes Produkt für das Lebensgefühl des Landes. In Italien ist ein gewöhnlicher ‚caffè‘ zumeist ein Espresso – lediglich bei Touristen wird in der Regel noch einmal nachgefragt, ob es sich dabei um den tatsächlichen Wunsch handelt. Das beliebte Getränk kann auf verschiedene Arten serviert werden: verlangt man ihn ’nel vetro‘, wird er beispielsweise in einem kleinen Glas gereicht, ein ‚Espresso macchiato‘ wird mit ein wenig Milch zubereitet. Möchte man in Italien einen schlichten, schwarzen Kaffee bestellen, so fragt man nach einem ‚Caffè lungo‘ oder einem ‚Caffè americano‘. Dabei sollte man sich jedoch nicht die stärkere Variante, so, wie er für gewöhnlich in Deutschland serviert würde, einstellen, sondern auf eine etwas dünnere Version des Bohnengetränks.

Italienischer ‚caffè‘ ist nicht nur eine Kunst, sondern auch Wissenschaft: tatsächlich hat das italienische Unternehmen Illy, welches bereits seit 1933 für seine Produkte bekannt ist und heute in 140 Ländern vertreten ist, 1999 in Neapel die ‚Università del caffè‘ gegründet. Zu Deutsch: Kaffeeuniversität. Diese verfügt mittlerweile über 20 Niederlassungen auf der ganzen Welt. Die Hochschule vermittelt ihren Studenten auf höchstem Niveau Wissen um Anbau, Geschichte und Verarbeitung des weltweit beliebten Getränks

Der überwiegende Teil der weltweiten Kaffeeproduktion wird aus Bohnen der Sorte ‚Arabica‘ bestritten, während an zweiter Stelle die ‚Robusta‘-Bohne folgt. Natürlich wachsen in Italien keine Kaffeesträucher, die Bohnen kommen in der Regel aus Südamerika. Jedoch ist die Beliebtheit des Kaffees aus Italien vor Allem auf die Tradition und die Hingabe zurückzuführen, welche die Italiener in das schwarze Getränk investieren. So werden Kaffeebohnen zum Beispiel unter intensiver Beobachtung geröstet. Dabei wird von einem professionellem „Röster“ kontinuierlich der Röstgrad, der Glanz der Bohnen sowie der Geruch überprüft, bis die perfekte Röstung erreicht ist. Ähnlich wie bei einem Winzer, Käseaffineur oder Bierbrauer schaffen es nur Geduld und viel Erfahrung eine Kaffeebohne so perfekt zu rösten – in keinem Land wird eine Kaffeeröstung so ernst genommen wie in Italien, was maßgeblich dazu beiträgt, dass italienische Kaffeebohnen die besten Kaffeespezialitäten der Welt ausmachen.

Wer für kleines Geld testen möchte, ob er einen Unterschied zu den hierzulande käuflich zu erwerbenden Produkten schmeckt, dem empfehlen wir mal bei Emilia (1) vorbei zu schauen – im Gegensatz zum Massenimport wird deren Kaffee (2) von lokalen Kleinröstereien bezogen – biologisch und menschlich in unseren Augen ein dicker Pluspunkt.

Ein weiterer Faktor ist der Mahlgrad, der nur von einem Experten perfektioniert werden kann. Perfekt ausbalanciert und aufeinander abgestimmt muss zudem das Verhältnis von der Menge des Kaffeepulvers zur Temperatur des Wassers sowie dem Druck und der Dauer des Brühvorgangs sein. Für einen optimalen Kaffeegenuss dürfen nur minimale Schwankungen toleriert werden. Auch hier sind in Italien in der Regel nur Experten am Werk.Die Varietät der Kaffeegetränke stammt fast durchweg aus Italien: Latte Macchiato, Cappuccino oder Caffé Latte sind nur einige Beispiele. Aus den vielen Varietäten ist ein ganzer Beruf entstanden – der Barista ist der Profi in der Zubereitung der Kaffeespezialitäten Italiens. Im Land des Stiefels ein anerkannter und angesehener Beruf, der viel Expertise erfordert und nach und nach auch in Deutschland immer mehr Einzug findet.

(1) http://www.emilia.de
(2) http://www.emilia.de/trinken/kaffee-und-espresso/italienischer-kaffee/


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